Was ist Trockenes Ertrinken

Von | September 16, 2022
Was ist trockenes Ertrinken
Trockenes Ertrinken droht in der kleinsten Pfütze

Was ist Trockenes Ertrinken?

Was ist trockenes Ertrinken? Ist das denn überhaupt möglich: Ertrinken ohne Wasser? Die wenigsten Menschen haben jemals vom Ertrinken ohne Wasser gehört. Aber die Gefahr sollte nicht unterschätzt werden, vor allem nicht für Kinder. Denn bei Kindern kann schon eingeatmetes Wasser dazu führen, dass sich die Stimmbänder im Kehlkopf verkrampfen. Diese Stimmbandverkrampfung führt dazu, dass man kaum oder fast keine Luft mehr bekommt. Und weil die Lunge nicht einmal mit Wasser in Berührung kommt, spricht man vom Trockenen Ertrinken. In diesem Artikel erfährst du, worauf du achten musst, was du tun kannst und wie sich das Trockene vom Sekundären Ertrinken unterscheidet.

Die Bezeichnung »Trockenes Ertrinken« ist missverständlich, denn die Lunge bleibt praktisch trocken. Der Begriff leitet sich von der Tatsache ab, dass nach dem Tod kein Wasser in der Lunge zu finden ist. Vielmehr erstickt die betroffene Person. Das liegt daran, dass die inhalierten Wassertröpfchen zu einem Verschluss der Atemwege führen. Die Folge: Der Betroffene erstickt. 

Warum sind kleine Kinder betroffen?

Beinahe 50 Prozent der Eltern wussten nicht, dass ihre Kinder bis zum Alter von 3 Jahren schon in der kleinsten Wasserpfütze ersticken können. Dafür reichen schon 5 cm Wasserhöhe aus. Das heißt, nicht nur die Badewanne und der Pool zu Hause, sondern alle Wasserquellen können zu einer tödlichen Falle werden.

Der Grund dafür ist, dass Kinder im Vergleich zum Rest ihres Körpers einen unverhältnismäßig großen und schweren Kopf haben. Dadurch verlieren sie leicht die Balance und fallen mit dem Kopf voran ins Wasser. Aufgrund des angeborenen Eintauchreflexes besteht so die Gefahr, dass Kinder im kleinsten Tümpel ersticken! Achtung! Bei Säuglingen und Kleinkindern zwischen 1 und 3 Jahren ist das Ertrinken die Hauptursache für einen tödlichen Unfall.

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Wie bemerkt man den Notfall?

Das Tückische ist, dass man Trockenes Ertrinken nicht bemerkt. Denn während ein klassischer Badeunfall (Ertrinken) für jeden erkennbar ist, verläuft das trockene Ertrinken erstens still und leise. Und vor allem sehr schnell. Auch die Gefahr (z.B. eine banale Regenpfütze) ist nicht erkennbar. Insofern gibt es für die Eltern oder Aufsichtspflichtigen fast keine Möglichkeit, das trockene Ertrinken rechtzeitig zu bemerken. Insofern ist die fast einzige und gleichzeitig beste Möglichkeit, dass du alle Maßnahmen ergreifst, die dafür sorgen, dass dein Kind nie unbeaufsichtigt mit Wasserstellen in Kontakt kommen kann.

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Wie lange dauert Trockenes Ertrinken?

Beim Trockenen Ertrinken führt nämlich eine schockartige Reaktion des Körpers direkt zur Atemnot. Das liegt daran, dass das Trockene Ertrinken die Folge eines Schutzreflexes ist, der vor allem bei kleinen Kindern nach dem Kontakt mit Wasser auftreten kann. Dieser so genannte Eintauchreflex basiert auf dem Stimmritzenkrampf. Dadurch soll das Einatmen von Wasser verhindert werden. Wenn sich der Krampf jedoch nicht rechtzeitig löst, droht der Erstickungstod.

Diese 5 Schritte führen zur Katastrophe:

  • Das Kind fällt mit dem Gesicht ins Wasser
  • Die Stimmritze im Rachenraum verschließt sich
  • Die Muskulatur im Kehlkopf verkrampft
  • Die Atemnot tritt sofort ein
  • Das Kind erstickt nach kurzer Zeit aufgrund von Sauerstoffmangel

Was tun bei Trockenem Ertrinken?

Trockenes Ertrinken - Sofort Notruf 112 wählen

Wenn der Notfall eintritt, alarmiere sofort den Rettungsdienst unter 112.

  • Wenn dein Kind ohne Bewusstsein ist, lege es sofort in die stabile Seitenlage.
  • Kontrolliere seine Atemwege.
  • Alarmiere sofort den Notarzt (112).
  • Führe eine Mund-zu-Mund beziehungsweise bei Babys eine Mund-zu-Nase-Beatmung durch, wenn dein Kind nicht mehr atmet.
  • Beginne mit der Herzdruckmassage, so lange bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.

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