Wanderröte

Von | Juli 6, 2021

Wanderröte – Symptome, Behandlung und Folgen

Wanderröte - Symptome, Behandlung und Folgen
Wanderröte kann eine gefährliche Borreliose anzeigen: Mehr dazu!

Was ist eine Wanderröte und wie sieht sie aus?

Die Wanderröte kann ein typisches Anzeichen für eine Borreliose sein. Allerdings ist sie kein verlässliches Indiz. Denn manchmal zeigen sich auch Knötchen oder Bläschen. In erster Linie reagiert die Haut mit der Rötung auf eine Entzündung. Es muss nicht unbedingt zu Beschwerden kommen, aber man kann diese Reaktion bei etwa 90 % aller Infektionen mit Borrelien beobachten. Die Bezeichnung und die Bedeutung der Wanderröte leiten sich von ihrer typischen Erscheinung ab.

Warum heißt es Wanderröte?

Was bedeutet Wanderröte? Die lateinische Bezeichung lautet Erythema migrans – zu deutsch Wanderröte. Dieser Name basiert einerseits auf der sichtbaren Hautrötung. Außerdem auf der Tatsache, dass die Wanderröte „wandert“. Das bedeutet: Etwa 3 bis 30 Tagen nach einem Zeckenstich kommt es zu einer rötlichen Hautveränderung – zunächst an der Einstichstelle. Dann wandert die ringförmige Rötung in erster Linie in die Breite – und manchmal über den ganzen Körper.

Wie sieht die Wanderröte bei Borreliose aus?

Die Wanderröte ist am Anfang etwas größer als der Durchmesser einer Espresso-Tasse. Wobei der innere und meist blassere Bereich im Durchmesser etwa 5 cm misst. Zum Rand hin erscheint die Hautrötung dunkler. Im Laufe von bis zu 4 Wochen dehnt sich der rote Ring nach außen hin aus.

Womit kann man Wanderröte verwechseln?

Die Wanderröte sieht ähnlich aus wie verschiedene andere Krankheitsbilder

  • wie zum Beispiel entzündliche Rheuma-Erkrankungen (Sklerodermie)
  • oder wie bakterielle Entzündungen der oberen Hautschichten (Erysipel)
  • wie allergische Reaktionen der Haut auf bestimmte Medikamente (Arzneimittelexanthem)
  • ebenso wie Pilzinfektionen im Gesicht und am Körper (Tinea corporis)
  • Reaktionen auf bestimmte Insektenstiche

Angesichts der möglichen schweren Folgen einer Borreliose gilt bei nicht erklärbaren Rötungen (Verfärbungen) der Haut: Besser sofort zum Arzt!

Was verursacht Wanderröte?

Welche Insekten verursachen die Wanderröte? Die Wanderröte entsteht durch Borrelien, welche von Zecken durch einen Einstich in die Haut übertragen werden. In unserer 5-köpfigen Familie wurden bereits mein Sohn, meine Frau und ich von Zecken gestochen. Auch bei meiner Frau zeigte sich die typische Erythema migrans. Das rechtzeitige Entfernen von Zecken vermindert vor allem das Risiko einer Infektion mit Borrelien erheblich. Dennoch können negative Folgen nie ausgeschlossen werden. Deshalb ist eine Unfallversicherung mit Einschluss von Zeckenstichen empfehlenswert.

Wo tritt die Wanderröte bei Erwachsenen auf?

Die Wanderröte als Anzeichen einer Borreliose beginnt an der Einstichstelle, dem Zeckenstich. Im Verlauf der Infektion kann sich die Wanderröte auch an anderen Stellen zeigen.

Bei Erwachsenen zeigt sich die Wanderröte an diesen Stellen:

  • Kopf
  • Hals
  • Beine

Diese Symptome sind bei Erwachsenen bekannt:

  • Fieber
  • geschwollene Lymphknoten
  • Jucken
  • Brennen
  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • Arme und Beine „sind“ schwer wie Blei

Bei Kindern zeigt sich die Wanderröte an diesen Stellen:

  • Ohren
  • Brustwarzen
  • Genitalien
  • Bläulich-rote Verfärbung der Haut, welche im Lauf der chronischen Erkrankung ähnlich dünn wie Pergament wird (Acrodermatitis chronica atrophicans). Die Symptome in Form von Knötchen oder Schwellungen zeigen sich vor allem innen an den Zehen und Beinen, sowie an Fingern und Armen.

Welche Symptome sind typisch?

Zu Beginn einer Borreliose-Erkrankung klagen die Patienten über Müdigkeit, erhöhte Temperatur und Kopfschmerzen. Die typische Hautrötung wird oft von grippe-ähnlichen Symptomen begleitet. Die Hautrötung selbst verursacht in der Regel nur selten Schmerzen oder Juckreiz. Normalerweise schmerzt sie nicht und tut nicht weh. Allerdings ist der Bereich oft warm.

EXPERTEN-TIPP:

Eine Wanderröte kann eine gefährliche Borrelien-Infektion anzeigen. Schützen Sie sich daher vor Folgeschäden mit einer leistungsstarken Unfallversicherung inklusive Zeckenstichen.

Davon abgesehen kann es jedoch auch sein, dass ein Zeckenstich juckt. Dafür kann es dann verschiedene Ursachen geben. In den meisten Fällen müssen Sie von einer Infektion mit Krankheitserregern ausgehen:

  • Einerseits kann der Juckreiz auf eine lokale Entzündung am Zeckeneinstich hindeuten. Dazu kann es kommen, weil die Zecke mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen die Haut des Opfers aufschneidet. In diese Wunde können dann Bakterien eindringen, welche ganz natürlich auf der Haut vorkommen.
  • Andererseits kann ein Juckreiz im Bereich der Wanderröte oder am Zeckenstich durchaus auch eine Lyme-Borreliose anzeigen.

Wann und wie schnell tritt sie auf?

Die Zecke sticht zu

Gleichzeitig sondert die Zecke Speichel ab. Das darin enthaltene Sekret hemmt die Blutgerinnung. Vor allem, damit der Stechrüssel (Hypostom) nicht verstopft. Außerdem fließt so mehr Blut zur Einstichstelle. Eine Art „Zement“ verklebt zudem die Mundwerkzeuge fest mit der Haut des Opfers.

Sofort nach dem Zeckenstich

Im Speichel von ca. 0,1 bis 5 Prozent aller Zecken befinden sich FSME-Viren, welche bereits nach kurzer Zeit übertragen werden können.

12 bis 24 Stunden nach dem Stich

Borrelien (sofern vorhanden) werden übertragen: Die Wahrscheinlichkeit für eine Borreliose-Infektion liegt bei 1,5 bis 6 Prozent.

Am 3. bis 30. Tag

Die Wanderröte zeigt sich mit einem Durchmesser von ca. 5 cm. Danach dehnt sich die Wanderröte aus.

1 bis 2 Wochen später

Es zeigen sich erste Beschwerden – ähnlich einer Grippe: Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Schmerzen in den Gelenken.

Wann verschwindet die Wanderröte wieder?

Wie lange ist die Wanderröte ohne Behandlung sichtbar?

Sie kommt von allein, aber wann geht die Wanderröte wieder weg? Die Dauer der Wanderröte hängt von der Behandlung ab. Üblicherweise erscheint sie etwa 3 bis 4 Tage nach dem Stich beziehungsweise Biss (Volksmund). Danach bleibt sie in der Regel 2 bis 3 Wochen sichtbar. Dabei nimmt der Durchmesser pro Tag um etwa 3 mm zu. Außerdem kann die Rötung über den ganzen Körper wandern.

Wie lange bleibt die Wanderröte sichtbar nach einer Behandlung mit Antibiotika?

Bei manchen Menschen kommt und geht die Wanderröte von allein. Bei anderen geht sie trotz Antibiotika nicht weg, und wird zunächst sogar größer. Dafür kann es 2 Ursachen geben:

  • Einerseits können die von der Zecke übertragenen Bakterien (Borrelia burgdorferi) gegenüber dem Antibiotikum resistent (widerstandsfähig) sein.
  • Andererseits gibt es vielleicht einen anderen Grund für die Hautrötung. Denn eine Wanderröte kann der so genannten Wundrose (Erysipel) ähneln. Das ist eine Art Hautentzündung. Sie wird durch Bakterien verursacht. Allerdings nicht durch Borreliose-Bakterien, sondern durch eine bestimmte Streptokokken-Art.

In der Regel verschreibt der Arzt ein Antibiotikum für 10 bis 21 Tage. Damit tritt erfahrungsgemäß nach spätestens 30 Tagen eine Heilung ein. Ebenso verschwindet die Wanderröte nach der Gabe von Antibiotika. Welche Antibiotika bei Wanderröte eingesetzt werden, richtet sich einerseits nach den Symptomen. Ebenso danach, ob das Medikament oral (durch den Mund) oder intravenös (direkt in eine Vene mit einer Spritze) verabreicht werden soll.

Übliche Antibiotika für Kinder und Erwachsene sind:

Orale Anwendung:

  • Doxycyclin
  • Amoxicillin
  • Azithromycin

Intravenöse Anwendung:

  • Cefotaxim
  • Ceftriaxon (bei Neuro-Borreliose, Herz- oder Gelenkschmerzen)
  • Penicillin G

Schwangere erhalten oftmals:

  • Amoxicillin

Was tun bei Wanderröte nach Zeckenbiss?

Wann und wie schnell zum Arzt?

Wenn sich an Ihrem Körper eine unerklärliche Hautrötung zeigt sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Vor allem nach einem Zeckenstich. Welcher Arzt ist am besten? Der Haus- oder Hautarzt sind die richtigen Adressen. Beide können helfen.

Mit diesen 3 Methoden kann der Arzt eine Borreliose feststellen:

  • erstens mittels Blick-Diagnose
  • außerdem durch einen Antikörper-Test
  • Nervenwasser-Analyse (vor allem bei Verdacht auf Neuro-Borreliose)

In der Praxis führt eine Kombination der verschiedenen Methoden zu einer sicheren Bestimmung. Grundsätzlich gilt aber: Je früher Sie eine Antibiotika-Therapie einleiten, um so besser. Denn die frühe Gabe von Antibiotika hat 2 positive Effekte:

  • Die Borreliose-Symptome bilden sich zurück
  • Das Risiko von Komplikationen und Folgeschäden sinkt

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