Diabetes Typ 1

Diabetes Typ 1
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Was ist Diabetes Typ 1?

Der Diabetes Typ 1 ist eine Form des Diabetes. Weil er vor allem im Alter von 6 bis 15 Jahren und bei jungen Erwachsenen erstmals auftritt, nennt man ihn auch jugendlicher (juveniler) Diabetes. Ebenso existieren allerdings auch Formen des Typ-1, welche erst bei Erwachsenen und Senioren ausbrechen. Diese Form bezeichnet man auch als LADA-Diabetes, wobei das Akronym LADA für „Latent Autoimmune Diabetes in the Adult“ steht.

Der Diabetes Typ 1 ist weitaus seltener als die Typ-2-Variante. Er entsteht durch eine Fehlfunktion in der Bauspeicheldrüse, in der unter anderem das für den menschlichen Stoffwechsel wichtige Hormon Insulin produziert wird. Vor allem sorgt Insulin dafür, dass die Glukose (Traubenzucker) aus dem Blut in die Körperzellen transportiert wird. Denn die Zellen gewinnen aus den Zuckermolekülen ihre Energie.

Diabetiker hatten früher schlechte Chancen

In Deutschland erkranken pro Tag etwa 1.600 Menschen an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Das ging die letzten Jahrhunderte so. Bis zum Jahr 1921, als dem Diabetiker Theodore Ryder (genannt Teddy) ein neues Medikament verabreicht wurde. Diabetiker waren zu jener Zeit noch dem Tod geweihte Menschen, denn es gab keine wirksamen Therapien. Auch Teddy Ryder war abgemagert bis auf die Knochen, hatte ständig Durst und die Ärzte gaben ihm nur noch Monate.

Doch dann passierte etwas, was das Leben von Diabetikern bis heute verändert hat: Der erst 29-jährige Kinderarzt und Orthopäde Frederick Banting (Kanada) isolierte Insulin aus tierischen Bauchspeicheldrüsen. Das war Teddys Rettung – er starb 1993 im Alter von 76 Jahren.

Die Geschichte des Insulins

1921

1. Isolation von Insulin

Frederick Banting und Charles Best isolieren nach unzähligen Experimenten mit toten Hunden und Kälbern erstmals Insulin aus tierischen Bauchspeicheldrüsen.

1921
1923

Hoechst startet Produktion

Frederick Banting erhält den Nobelpreis für Medizin. Außerdem produzieren die Farbwerke Hoechst erstmals „Insulin Hoechst“.

1923
1955

Chemische Struktur entdeckt

Die chemische Struktur des Insulins wird durch den britischen Forscher Frederick Sanger aufgedeckt.

1955
1983

Das 1. Humaninsulin

Die Gen-Technologie macht es möglich: Erstmals wird Insulin aus Bakterien hergestellt.

1983
1985

Erste Pens & Pumpen

Der Insulin-Pen (NovoPen) kommt auf den Markt. Ebenso die ersten Insulin-Pumpen.

1985
2000

Das 1. Analog-Insulin

Aventis bringt das erste Analog-Insulin mit lange anhaltender Wirkung auf den Markt.

2000
2025

333 Millionen Diabetiker

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit 333 Mio. Menschen an irgendeiner Form von Diabetes leiden.

2025

Fakten zum Diabetes Typ 1:

  • in Deutschland leiden etwa 300.000 Menschen an dieser Form der Zuckerkrankheit
  • er wird durch einen Mangel an Insulin verursacht
  • und beginnt meist bereits bei Kindern und Jugendlichen
  • ebenso ist Typ 1 bedingt vererbbar
  • der Grund ist ein Versagen der Bauchspeicheldrüse
  • außerdem ist Typ 1 leider bislang nicht heilbar
  • ebenso kann man zur Zeit noch nicht vorbeugen
  • darüber hinaus müssen die Patientinnen und Patienten lebenslang Insulin spritzen

Diabetes Typ 1: Symptome

Die Symptome bei einem Diabetes Typ 1 treten in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung auf. Zudem gibt es zu Beginn kaum Beschwerden. Problematisch wird er erst, wenn ca. 4/5 der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört sind. Denn dann kann das verbleibende Insulin nur noch zu wenig Zucker in die Zellen transportieren. Die typischen Symptome zeigen sich danach meist in wenigen Tagen oder Wochen.

So macht sich Diabetes Typ 1 bemerkbar:

  • sehr starker Durst und daher durch große Trinkmengen
  • dadurch häufiger Gang zur Toilette (Wasserlassen)
  • ferner durch nicht beabsichtigten Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit
  • zusätzlich durch einen deutlichen Leistungsverlust
  • vor allem mit Muskelschwäche und Schlappheit
  • ebenso Unwohlsein und Übelkeit
  • außerdem Schmerzen in der Bauchregion
  • sowie verschwommenes Sehen und Konzentrationsschwäche
  • häufig auch Infektionen (z. B. Harnwege) und Pilzerkrankungen
  • zusätzlich durch Bewusstseinsstörungen

Wenn der Körper in besonderen Situationen größere Mengen Insulin braucht und dieses dann fehlt, können die Mangel-Symptome bereits früher auftreten.

In diesen Fällen benötigt der Körper zum Beispiel mehr Insulin:

  • bei erhöhter Temperatur (Fieber)
  • ebenso bei lang anhaltendem oder chronischem Stress
  • ferner bei größeren medizinischen Eingriffen (wie zum Beispiel eine OP)
  • außerdem bei der Einnahme von Kortison oder anderen speziellen Medikamenten

Diabetes Typ 1: Mögliche Ursachen und Auslöser

Studien belegen, dass ca. 10 – 15 % aller jungen Diabetes-Typ-1-Patienten (<15 Jahre) Familienmitglieder haben, welche auch unter einem Diabetes leiden. Hierbei handelt es sich um Verwandte 1. Grades wie zum Beispiel die Geschwister oder die Eltern. Daher sprechen diese Ergebnisse für eine Vererbung, wobei diverse Veränderungen von Genen den Diabetes mellitus Typ 1 auslösen. Grundsätzlich scheint der Diabetes Typ 1 jedoch weniger vererbbar als die Typ-2-Variante.

Die Wissenschaft geht außerdem davon aus, dass neben genetischen auch andere Faktoren einen Typ 1 Diabetes begünstigen können. So zum Beispiel:

  • die verkürzte Stillzeit bei Neugeborenen
  • außerdem der verfrühte Konsum von Kuhmilch im Kinderalter
  • ebenso der zu frühe Verzehr von glutenhaltigen Nahrungsmitteln
  • Giftstoffe in Lebensmitteln wie z.B. gepökelte Fleisch-Produkte (Nitrosamine)
  • eventuell auch Masern, Röteln und Mumps
  • sowie Infektionen mit Coxsackie-Viren
  • und darüber hinaus Schäden an Nervenzellen in der Bauspeicheldrüse

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Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und 2 ?

Diabetes Typ 1Diabetes Typ 2
Vorkommen in Deutschlandetwa 300.000 Menschen etwa 8,55 Mio. Menschen
Überwiegende Altersgruppe:vor allem Kinder und Jugendlichevor allem Erwachsene ab Alter 40
Auftreten der Krankheit:in der Regel plötzlichoft unbemerkt und schleichend
Insulin-Effekt:Insulinmangel, d. h. Ausschüttung ist reduziert oder fehlt ganzInsulin-Wirkverlust, d. h. Insulin-Ausschüttung kann erhöht oder vermindert sein
Insulin-Resistenz:gering oder gar nichtmeist hoch bis höher
Vorkommen in der Familie:seltenhäufig
Vorbeugendes Verhalten:nicht möglichKontrollierte Ernährung
Sport und Bewegung
Reduzieren von Übergewicht
Therapie:Insulintherapie – lebenslangKontrollierte Ernährung
Sport und Bewegung
Reduzieren von Übergewicht
ggf. Anti-Diabetes-Mittel
ggf. Insulintherapie

Diabetes Typ 2: Was ist das?

Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes haben etwa 8,55 Millionen Menschen in Deutschland einen Diabetes Typ 2. Er ist damit fast 30 Mal häufiger als der Typ 1. Außerdem tritt diese Form der Zuckerkrankheit oft zunächst unbemerkt im Erwachsenenalter auf. Meistens ab dem 40. Lebensjahr. Beim Diabetes Typ 2 kommt es zu einem so genannten „relativen Insulinmangel“. Das bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse durchaus Insulin produziert, allerdings kommt es zu 2 Phänomen:

  • erstens reagieren die Körperzellen vermindert auf das Insulin (Insulin-Resistenz)
  • und / oder die Zellen der Bauchspeicheldrüse schütten das Insulin langsamer aus

Diabetes Typ 3: Was ist das?

Diabetes Typ 3 ist ein Sammelbegriff. Unter dieser Bezeichnung fasst man die Diabetes-Typen zusammen, die keinem anderen Typ zugeordnet werden können. Kurz gesagt, welche weder Diabetes Typ 1 noch Diabetes Typ 2 sind. Typ 3 kann somit sehr verschiedene Krankheitsbilder beschreiben. Wie zum Beispiel:

  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • ebenso wie Mukoviszidose
  • sowie krankhafte Störungen des Hormonsystems
  • weiter diverse Gen-Defekte
  • zusätzlich auch neurologische Krankheiten

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