Was zahlt die Berufsgenossenschaft


Wann zahlt die Berufsgenossenschaft nicht?


Was zahlt die Berufsgenossenschaft - Grenzen und Ausschlüsse
Was zahlt die Berufsgenossenschaft und was nicht?

Wenn man die Frage “Was zahlt die Berufsgenossenschaft bei einem Arbeitsunfall?” beantworten will, fragt man womöglich besser: “Was zahlt die BG nicht?”. Auf dieser Seite finden Sie Beispiele zu den Grenzen und Fallstricken im gesetzlichen Schutz.


Was zahlt die Berufsgenossenschaft bei einem privaten Wegeunfall?


Nicht nur erfahrene Arbeitsrechtler beschäftigen sich seit Jahren mit der Frage, wann die Berufsgenossenschaft zahlt. In einer Sache sind sich alle einig: Bei Freizeitunfällen zahlt die Berufsgenossenschaft keinen Cent. Doch auch während der Arbeitszeit gibt es zahlreiche, oft kaum bekannte Ausschlüsse und viele unbekannte Stolperfallen. Wer diesen entgehen will braucht eine private Unfallversicherung mit vollwertigem 24-Stunden-Schutz und weltweiter Geltung.


Unterm Strich zahlt die Berufsgenossenschaft für die meisten Wege nicht


Der gesetzliche Schutz besteht auch auf den Wegen zwischen Wohnung und Arbeitsstelle. Allerdings nur dann, wenn Sie den direkten Weg zur und von der Arbeitsstelle wählen. Das kann der kürzeste oder der schnellste Weg sein. Welches Verkehrsmittel Sie dabei nutzen, bleibt Ihnen überlassen.

Wenn Sie allerdings einen Umweg fahren wie z.B. zum Kiosk, Bäcker oder zur Apotheke und dabei verunglücken, wird es ganz brenzlig. Ob die Berufsgenossenschaft in diesem Fall noch zahlt, hängt davon ab, ob es sich bei Ihrem Umweg um betriebliche oder private Besorgungen handelte. Im letzten Fall erlischt der gesetzliche Versicherungsschutz.


Auch beim Tanken ist die Berufsgenossenschaft klein-kariert


Eine Arbeitnehmerin fuhr früh am Morgen zur Arbeit. Da die meisten Tankstellen noch geschlossen hatten, nahm sie einen kleinen Umweg in Kauf. Es kam wie es kommen musste: In einer scharfen Kurve erlitt sie einen Verkehrsunfall.

Die Frage, was die Berufsgenossenschaft in diesem Fall zahlt, konnte nur vor Gericht entschieden werden. Die Richter befanden, dass das Betanken in diesem Fall nicht zum Arbeitsweg gehörte und damit bestand auch keine Leistungspflicht für die Berufsgenossenschaft. Die lapidare Begründung der Richter: Tanken sei nicht unvorhersehbar! Die Arbeitnehmerin hätte ihre Arbeitsstelle auch ohne vorher zu tanken erreichen können. Genau diese Vorgabe muss aber erfüllt sein, sonst gibt es von der Berufsgenossenschaft nichts.


Gefährliche Pausen auch auf direkten Wegen


Aufgepasst: Wenn Sie beispielsweise auf dem Heimweg vor dem Erreichen Ihrer Wohnung zur Freizeitgestaltung übergehen, verlieren Sie Ihren gesetzlichen Versicherungsschutz für den sich anschließenden Restweg nach hause. Eine Unterbrechung von max. 2 Stunden ist noch o.k. – doch dann erlischt der gesetzliche Versicherungsschutz.

Beispiel:

Wenn Sie also nur kurz mit einer Freundin auf dem Heimweg ein Eis essen und dabei nicht länger verweilen, dann setzt der Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft danach wieder ein. Eine Unterbrechung selbst ist jedoch nur unter der Voraussetzung versichert, wenn man den zum Weg gehörenden Straßenraum nicht verlässt:

  • Betrachten eines Schaufensters direkt neben der Straße
  • Aufsuchen eines Kiosks, aber nur, wenn man den Einkauf von der Straße aus erledigen kann und dafür den Laden selbst nicht betritt.

Grundsätzlich kein Schutz auf der Toilette


Die Angestellte eines großen Modegeschäftes rutschte während der Dienstzeit auf dem blitzblank geputzten und noch feuchten Boden der Damen-Toilette aus. Dabei brach sie sich ihr Handgelenk. Sie meldete den Vorfall der Berufsgenossenschaft. Was zahlte die Berufsgenossenschaft in diesem Fall? Nichts!

Die Berufsgenossenschaft sah den Besuch des stillen Örtchens jedoch keineswegs als versicherten Arbeitsunfall an. Die Begründung: Der Unfall habe sich “nicht infolge der unmittelbaren Ausübung der beruflichen Tätigkeit ereignet…” und weiter “…da der Sturz in den Toilettenräumen beziehungsweise im Toilettenvorraum erfolgt ist und dort grundsätzlich kein Versicherungsschutz besteht”! Die Verletzte konnte es kaum fassen. Doch es stimmt: Man ist nur bis zur WC-Türe gesetzlich versichert. Was dahinter passiert, erfolgt auf eigenes Risiko. Dies gilt übrigens auch für die Versicherung im Home Office.


Für die ersten 20 Prozent gibt es nix


Die Verletzenrente bei einer unfallbedingten Erwerbsminderung (Invalidität) ist womöglich der wichtigste Leistungsbaustein der gesetzlichen Unfallversicherung. Was viele jedoch nicht wissen: Die Berufsgenossenschaft leistet aber erst ab einer Invalidität von 20 Prozent. Darunter geht man leer aus.

Im Gegensatz dazu leisten die besten privaten Unfallversicherungen bereits ab dem geringst messbaren Grad einer Invalidität, also ab 1 Prozent. So sollte es sein. Nur zur Absicherung von Spezialrisiken wie z.B. der Unfallversicherung von Profisportlern machen so genannte Integralfranchisen wirklich Sinn. Diese leisten ähnlich wie die gesetzliche Unfallversicherung erst ab 5, 10 oder 20 Prozent.

Darüber hinaus kann die Berufsgenossenschaft die zunächst gewährte Rente bei wesentlicher Änderung neu bemessen. Deshalb fehlt die langfristige Planungssicherheit für die Betroffenen.

Für dringend erforderliche und sehr teure Umbaumaßnahmen im Haus, in der Wohnung (laut Bau-Experten bis zu 90.000 Euro) oder am Auto gibt es ebenfalls nichts, denn einmalige Kapitalzahlungen in Form einer Invaliditätssumme sind bei der Berufsgenossenschaft nicht vorgesehen.

Fazit: Diese wenigen Beispiele zeigen bereits, warum eine private Unfallversicherung sinnvoll ist. Wenn Sie vollwertigen, finanziellen Schutz vor bleibenden Dauerschäden nach einem Unfall wünschen, sind Sie nur mit einer ergänzenden privaten Unfallversicherung optimal beraten.

Wenn Sie die bestmögliche Unfallversicherung – ob mit oder ohne Gesundheitsfragen – suchen und in diesem Zusammenhang bis zu 80 Prozent sparen wollen, dann finden Sie mit dem kostenlosen TARIFCHECK die leistungsstärksten Policen mit einem Klick.

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